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Die SHOX-Erkrankungen stellen ein klinisch heterogenes Spektrum dar, das auf einer Haploinsuffizienz des short stature homeobox-containing (SHOX) Gens basiert.
Das klinische Bild variiert von einem isolierten, unspezifischen Kleinwuchs bis zur klassischen Leri-Weill-Dyschondrosteose, deren Leitsymptome Kleinwuchs, Mesomelie und die Madelung-Deformität sind. Während der Kleinwuchs oft schon in der frühen Kindheit auffällt, manifestiert sich die Mesomelie – eine proportionale Verkürzung der Unterarme und Unterschenkel – meist erst im Schulalter. Die Madelung-Deformität resultiert aus einer gestörten Ausrichtung von Radius, Ulna und Handwurzelknochen und wird oft während der Pubertät klinisch apparent, wobei Frauen tendenziell schwerer betroffen sind. Begleitend können eine muskuläre Hypertrophie der Waden, ein hocheingewölbter Gaumen oder eine Mikrognathie auftreten. Da die Phänotyp-Ausprägung selbst innerhalb derselben Familie hochvariabel ist, wird bei betroffenen Kindern ein engmaschiges auxologisches Monitoring sowie eine frühzeitige Abklärung der Verwandten empfohlen.
Die Prävalenz der SHOX-Defizienz wird in der allgemeinen Population auf mindestens 1:1.000 geschätzt.
Das SHOX Gen ist in der pseudoautosomalen Region 1 (PAR1) auf den Chromosomenabschnitten Xp22.3 und Yp11.3 lokalisiert. Da SHOX der physiologischen X-Inaktivierung entgeht, ist für eine normale Skelettentwicklung die Expression beider Allele erforderlich.
Der Erbgang ist pseudoautosomal-dominant, wobei pathogene Varianten unabhängig vom Geschlecht des vererbenden Elternteils weitergegeben werden können.
Unter Kindern, die primär mit der Diagnose eines idiopathischen Kleinwuchses (ISS) ohne offensichtliche Dysmorphiezeichen vorstellig werden, liegt die Detektionsrate deutlich höher, nämlich zwischen 6 % und 22 %. Bei Vorliegen einer klinisch gesicherten Leri-Weill-Dyschondrosteose (LWD) lassen sich in 70–90 % der Fälle ursächliche SHOX-Defekte nachweisen.
| Material |
Dauer |
Akkreditierung |
| 3 - 5 ml EDTA-Blut |
4 Wochen |
ja |
Untersuchte Bereiche / Gene
| Gen/Region |
OMIM-P |
Erbgang |
Erkrankung |
Methodik |
| SHOX |
300582
|
|
Kleinwuchs, X-chromosomal (ISS) |
MLPA und DNA-Sequenzanalyse, Short-Read-NGS |
Methodik / Diagnostik
Molekulargenetisch dominieren bei 80–90 % der Patienten heterozygote Deletionen, die das gesamte SHOX/SHOXY-Gen oder regulatorische Enhancer-Elemente umfassen. Die verbleibenden 10–20 % der Fälle sind auf intragenische Mutationen zurückzuführen. Der Nachweis von Deletionen, Duplikationen und Insertionen erfolgt durch eine MLPA-Analyse (Multiplex-Ligation-dependent-Product-Amplification). Mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) werden die Exons des SHOX- bzw. des SHOXY-Gens, inklusive angrenzender Intronbereiche, amplifiziert und anschließend direkt sequenziert.
Es wird eine Stufendiagnostik empfohlen:
- MLPA-Analyse des SHOX- und SHOXY-Gens
- DNA-Sequenzanalyse des SHOX- und SHOXY-Gens
HPO Terms
Abnormal calvaria morphology|Abnormal carpal morphology|Abnormal epiphysis morphology|Abnormal femoral neck morphology|Abnormal femur morphology|Abnormal hip bone morphology|Abnormal humerus morphology|Abnormal metacarpal morphology|Abnormal metaphysis morphology|Abnormal metatarsal morphology|Abnormal morphology of the radius|Abnormal morphology of ulna|Abnormal pelvic girdle bone morphology|Abnormal tibia morphology|Aplasia/Hypoplasia of the fibula|Aplastic/hypoplastic toenail|Autosomal dominant inheritance|Autosomal recessive inheritance|Bowing of the long bones|Brachydactyly|Broad ulna|Clinodactyly of the 5th finger|Cone-shaped epiphysis|Coxa valga|Cubitus valgus|Depressed nasal bridge|Diaphyseal undertubulation|Disproportionate short-limb short stature|Dorsal subluxation of ulna|Elbow dislocation|Episodic ketoacidosis|Exostoses|Fibular hypoplasia|Forearm undergrowth|Genu valgum|Genu varum|High palate|Hypoplasia of the radius|Hypoplasia of the ulna|Hypoplastic fingernail|Increased carrying angle|Intellectual disability|Joint stiffness|Limited elbow movement|Limited wrist movement|Lower limb undergrowth|Lumbar hyperlordosis|Madelung deformity|Mesomelia|Mesomelic arm shortening|Mesomelic short stature|Mesomelic/rhizomelic limb shortening|Micrognathia|Micromelia|Multiple exostoses|Obesity|Patellar aplasia|Radial bowing|Rhizomelic arm shortening|Rudimentary fibula|Scoliosis|Severe short stature|Short 4th metacarpal|Short femoral neck|Short foot|Short neck|Short stature|Short tibia|Short toe|Skeletal muscle hypertrophy|Tibial bowing|Ulnar bowing|Ulnar deviation of finger|Ulnar radial head dislocation|Wide nasal bridge|X-linked inheritance
Kosten
Die Kosten werden bei bestehender medizinischer Indikation über einen Überweisungsschein Typ 10 (EBM) abgerechnet. Humangenetische Leistungen sind nicht budgetrelevant.
Für privatversicherte Patienten sowie private Kostenträger (Krankenhäuser etc.) können auf Wunsch entsprechende Kostenvoranschläge erstellt werden.
Stand: 05.05.2009