SYNLAB
Praxis für Humangenetik Jena

Schwerhörigkeit, autosomal-rezessiv, 1A (DFNB1A)

Ihr regionales Labor für Rückfragen und Beauftragung
DFNB1A bezeichnet eine autosomal rezessive, nicht syndromale sensorineurale Hörstörung, die zu den weltweit häufigsten genetischen Ursachen angeborener Schwerhörigkeit zählt. Sie ist primär mit pathogenen Varianten im GJB2-Gen verknüpft, das für Connexin 26 kodiert und essenziell für die interzelluläre Kommunikation im Innenohr ist. In den meisten Fällen resultiert ein Funktionsverlust des Gap Junction Proteins in einer Störung des Ionen- und Metabolitentransports zwischen den Cochlea Zellen mit einer irreversiblen Schädigung der Haarzellen und einer sensorineurale Schwerhörigkeit unterschiedlicher Ausprägung.
Klinisch präsentiert sich DFNB1A typischerweise mit kongenitaler, beidseitiger Schwerhörigkeit, die von mittelgradig bis profund reichen kann; vestibuläre Symptome können auftreten, sind jedoch weniger häufig. Die Prävalenz variiert je nach Population, wobei GJB2 Varianten in vielen Regionen für etwa 50 % der schweren bis hochgradigen autosomal rezessiven Hörstörungen verantwortlich sind.
Das Neugeborenen Hörscreening identifiziert schwere Formen bereits unmittelbar postnatal, während mildere Verläufe später erkannt werden können. Die Diagnostik umfasst audiologische Testverfahren, otoakustische Emissionen, Auditiv evozierte Potenziale sowie eine molekulargenetische Analyse des GJB2-Gens.
Das Management konzentriert sich auf eine frühzeitige audiologische Intervention, einschließlich Hörgeräteversorgung oder – bei hochgradigem Hörverlust – Cochlea Implantation. Zusätzlich ist eine frühzeitige Förderung der Sprachentwicklung essenziell. Da keine systemischen Begleitmerkmale vorliegen, bleibt die Betreuung primär audiologisch rehabilitativ ausgerichtet (vgl. Smith et al., GeneReviews ®, updated 2023 Jul 20, PMID: 20301449)
Material Dauer Akkreditierung
3 - 5 ml EDTA-Blut 4 Wochen ja
Untersuchte Bereiche / Gene
Gen/Region OMIM-P Erbgang Erkrankung Methodik
GJB2 220290 AR, DD Schwerhörigkeit, autosomal-rezessiv, 1A (DFNB1A) MLPA und DNA-Sequenzanalyse, Short-Read-NGS
Methodik / Diagnostik
Mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) werden die Exons des GJB2-Gens und des GJB6-Gens, inklusive angrenzender Intronbereiche, amplifiziert und anschließend direkt sequenziert. Der Nachweis von Deletionen und Duplikationen erfolgt durch eine MLPA-Analyse (Multiplex-Ligation-dependent-Product-Amplification).
Es wird eine Stufendiagnostik empfohlen:
- Stufe I: DNA-Sequenzanalyse und MLPA-Analyse des GJB2-Gens
- Stufe I: MLPA-Analyse des GJB6-Gens
- Stufe II: DNA-Sequenzanalyse des GJB6-Gens
HPO Terms
Abnormal facial shape|Abnormal nail morphology|Abnormal spinal cord morphology|Abnormal toenail morphology|Abnormal vestibular function|Abnormality of the dentition|Absent axillary hair|Absent eyelashes|Absent pubic hair|Acne inversa|Alopecia|Amniotic constriction ring|Angular cheilitis|Aplastic/hypoplastic lacrimal glands|Arthritis|Autoamputation of digits|Autosomal dominant inheritance|Autosomal recessive inheritance|Blindness|Cerebellar vermis hypoplasia|Childhood onset|Cleft palate|Cobblestone-like hyperkeratosis|Cognitive impairment|Conductive hearing impairment|Congenital ichthyosiform erythroderma|Congenital onset|Congenital sensorineural hearing impairment|Conjunctivitis|Corneal erosion|Corneal neovascularization|Corneal scarring|Corneal ulceration|Coxa valga|Dandy-Walker malformation|Delayed pubic bone ossification|Digenic inheritance|Dilatated internal auditory canal|Elbow flexion contracture|Epidermal acanthosis|Equinus calcaneus|Erythroderma|Failure to thrive|Follicular hyperkeratosis|Folliculitis|Furrowed tongue|Gingivitis|Hearing impairment|Honeycomb palmoplantar hyperkeratosis|Hyperkeratosis|Hyperkeratotic papule|Hypogonadotropic hypogonadism|Hypohidrosis|Ichthyosis|Infantile onset|Keratitis|Keratoconjunctivitis sicca|Knee flexion contracture|Knee pain|Knuckle pad|Leukonychia|Limbal stem cell deficiency|Lip fissure|Microdontia|Mixed hearing impairment|Nail dysplasia|Nail dystrophy|Neonatal onset|Neoplasm of the skin|Neoplasm of the tongue|Neurodevelopmental delay|Onychogryphosis|Oral leukoplakia|Osteolysis|Palmoplantar hyperkeratosis|Palmoplantar keratoderma|Papule|Patellar hypoplasia|Peripheral neuropathy|Pes cavus|Photophobia|Posterior blepharitis|Postnatal growth retardation|Prelingual sensorineural hearing impairment|Progeroid facial appearance|Progressive sensorineural hearing impairment|Prominent forehead|Psoriasiform dermatitis|Punctate keratitis|Recurrent bacterial skin infections|Recurrent candida infections|Recurrent corneal erosions|Recurrent cutaneous abscess formation|Recurrent cutaneous fungal infections|Recurrent skin infections|Scaling skin|Scarring alopecia of scalp|Self-injurious behavior|Sensorineural hearing impairment|Sepsis|Severe sensorineural hearing impairment|Skin nodule|Skin plaque|Sparse eyebrow|Sparse eyelashes|Sparse hair|Sparse scalp hair|Squamous cell carcinoma|Stapes ankylosis|Trichiasis|Trichilemmoma|Visual loss|X-linked recessive inheritance
Kosten
Die Kosten werden bei bestehender medizinischer Indikation über einen Überweisungsschein Typ 10 (EBM) abgerechnet. Humangenetische Leistungen sind nicht budgetrelevant. Für privatversicherte Patienten sowie private Kostenträger (Krankenhäuser etc.) können auf Wunsch entsprechende Kostenvoranschläge erstellt werden.
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